Lampenglas-Convention: Vielfalt aus Lauscha

Teuflischer Tanz: John Zinners Markenzeichen sind Teufel. Fotos: Höhn
Teuflischer Tanz: John Zinners Markenzeichen sind Teufel. Fotos: Höhn


Tanzende Teufel, lebensechte Insekten und vibrierendes Farbspiel in Montagetechnik: Bei der 5. Convention für Lampenglas im Europäischen Museum for Modernes Glas zeigten Lauschaer Glaskünstler die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten am Gasbrenner. Falk Bauer (geb. 1962), John Zinner (geb. 1968), Jürgen Kob (geb. 1962) und André Gutgesell (geb. 1966) sind Meister ihres Fachs und stellen in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen aus.

 

Im Lampenglasstudio des Museums konnten die Besucher/innen auf Entdeckungsreisen gehen. Die Welt der Insekten von der Libelle bis zum Hirschkäfer hat sich Falk Bauer zum Thema erkoren. Vor der feinen Flamme seines Brenners formt er goldschillernde Körperpanzer, durchsichtige Flügel und allerfeinste Beinchen oder Fühler, bis das jeweilige Tier in naturgetreuer Perfektion vollendet ist. Nur wenige Künstler weltweit sind mit dem Insektenthema für diese Akkuratesse bekannt.

 

Seit über 200 Jahren ist Lauscha neben Venedig das Zentrum für Glasgestaltung "vor der Lampe". Christbaumschmuck, Spielzeug aus Glas, Perlen, Augen und Figuren - solche Produkte aus Lauschaer Glas waren weltweit gefragt und boten vielen Familien einen Broterwerb. Doch wie findet man vor diesem historischen Hintergrund seinen Weg in der zeitgenössischen Kunst?

 

John Zinner hat sich mit großformatigen figürlichen Darstellungen voller Bewegung einen Namen gemacht. Tanzende Teufel sind sein Markenzeichen geworden. Zinner reizt es, an die technischen Möglichkeiten des spannungsanfälligen Weichglases zu gehen. Sein bisher größtes Werk: eine eineinhalb Meter große Gottesanbeterin, die wie ein Skelett geformt ist. Während in der kleinen Ausstellung zur Convention die Teufel tanzen und ein schwarzer Alien gruselig die Zähne bleckt, arbeitet Zinner an einem ca. 50 Zentimeter hohen menschlichen Gerippe. Auch hier wird wieder das Interesse Zinners deutlich, Bewegung einzufangen: der Knochenmann deutet mit der Hand und ist in einer Gehbewegung dargestellt.

 

Zu einer Spezialität aus Lauscha gehört die so genannte "Montagetechnik", die auf Albin Schaedel zurückgeht.  Zunächst werden in der Flamme farbige Glasröhren zu verschiedenen Mustern miteinander verschmolzen. Dann kann daraus ein Gefäß geformt werden. Jürgen Kob und André Gutgesell demonstrierten diese aufwändige Technik und zeigten in der Ausstellung, wie unterschiedliche grafische oder verspielte Dekors dabei entstehen können. In der Präsentation überraschte André Gutgesell zudem mit der stilistisch völlig neuen Arbeit "Society": eine aus Klarglas gearbeitete Plastik, die in miteinander verbundenen, dennoch abgekapselten Röhrensystemen menschliche Figuren bei der Arbeit zeigt.

hei

 

Impressionen von der 5. Coburger Lampenglas-Convention unter: "Mehr lesen".

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Leserstimmen

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"Wir haben eine Woche Thüringen bereist, und da war der Führer eine wertvolle Hilfe. Besonders der Tipp Kartoffelkeller in Eisenach war so gut, daß wir gleich zweimal dorthin gingen. Vielen Dank.

Hasso v. Samson, Hannover

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