Frauenau: Das "heiße Herz" schlägt wieder

Hier glüht das "heiße Herz" des Bild-Werks Frauenau: Der neue Studioofen ist angeheizt! Foto: Bild-Werk
Hier glüht das "heiße Herz" des Bild-Werks Frauenau: Der neue Studioofen ist angeheizt! Foto: Bild-Werk

Es gilt vielen als Königsdisziplin der Glaskunst: Das Glasblasen am Ofen. Wenn der Glasmacher mit der so genannten "Pfeife" einen Posten des glutflüssigen Glases aus dem summenden Schmelzofen holt und diese zähe Masse unter Zuhilfenahme der Erdanziehungskraft und durch drehen, ziehen und blasen formt, dann ist das ein spektakuläres Schauspiel. "Die Herausforderung zur künstlerischen Glasgestaltung ist so umfassend, wie sie neben dem Glas von keinem anderen Material geboten wird und wie sie aber auch außer dem Glasmacher am Ofen auf keine andere Weise so vielseitig angenommen und gelöst werden kann", so schwärmte Rosemarie Lierke von der Ofentechnik (s. Neues Glas 1/1980, S. 106).

 

War in historischen Zeiten die Arbeit am Ofen den Meistern und ihren Helfern in den Glashütten vorbehalten, so haben
sich in den 1960er-Jahren die Künstler das Metier erobert. Mit der "Erfindung" des Studioofens durch Harvey Littleton und Dominick Labino in den USA eröffnete sich ein neues Terrain. Sicher wird auch am Studioofen noch gerne mit einem Helfer gearbeitet, denn die Glasmasse muss innerhalb einer bestimmten Zeit ausgearbeitet werden, bevor sie erstarrt. Die Entwicklung kleiner Öfen und entsprechender Hilfswerkzeuge ermöglicht aber auch die Einzelarbeit.

 

Erfahrung und Geschick im Umgang mit dem heißen Glas sind nötig, um einen stets zu Boden tropfen wollenden rotglühenden Klumpen zu einem Gefäß oder einer Skulptur formen zu können. In den wichtigen Schulungszentren wie Pilchuck, Corning, Toledo, Pittsburgh (alle USA) oder Murano (I) und Sars Poteries (F) wird (Hochschul-Einrichtungen einmal ausgeklammert) die Arbeit mit Heißglas unterrichtet. Nun reiht sich auch das Bild-Werk Frauenau wieder in die Reihe der Kursanbieter ein. Bei der soeben begonnenen Internationalen Sommerakademie 2013 unterrichten im neuen Heißglasstudio die renommierten Künstler Karen Willenbrink-Johnsen (USA), Scott Chaseling (AUS) und Rike Scholle (D). Die Einrichtung des neuen Heißglasstudios im Akademiegebäude Gaswerk wird als Pilotprojekt für drei Jahre aus Mitteln der Europäischen Union, dem Kulturfonds Bayern sowie weiterer öffentlicher und privater Geldgeber finanziert, soll sich aber dauerhaft etablieren. Das "Heißglasprojekt" läuft seit Anfang Dezember 2012 und soll in bayerisch-tschechischer Kooperation Begegnung und Innovationen von zukünftigen Lehrer/innen und Künstlern fördern. Beteiligt sind die Pädagogische Fakultät der Universität Pilsen und der Verein Bild-Werk Frauenau. Der Vermittlung der Arbeit mit dem künstlerischen Werkstoff Glas als regionales, grenzübergreifendes Kulturgut gilt der Hauptaugenmerk dieser Zusammenarbeit. Hier knüpft das Projekt an die historische Tradition des alten Glashüttenstandorts im Bayerischen Wald an.

 

Ofenweihe

Dass das "heiße Herz" in Frauenau wieder zu schlagen begonnen hat, soll natürlich zünftig bayrisch gefeiert werden. Am kommenden Samstag, 13. Juli, um 14.30 Uhr findet die traditionelle Ofenweihe durch den örtlichen Pfarrer statt. Danach gibt es Bier, Brezen, Musik und Vorführungen am Ofen. Den interessierten Gästen werden nicht nur die beteiligten Künstler Rede und Antwort stehen, sondern auch der Ofenbauer Peter Howard aus Stourbridge (England). Wer an diesem Tag keine Zeit hat, der kann auch am Tag der offenen Tür (11. August) einen Blick ins neue Heißglasstudio sowie in alle anderen Ateliers werfen.

(weiteres Foto s. u. "mehr lesen")

 

Bereits jetzt plant das Bild-Werk seinen Akademiesommer 2014. Wer Interesse an Kursen bestimmter Künstler/innen hat, die für ein fachlich und pädagogisch hohes Niveau stehen, der kann seine Vorschläge (mit detaillierten Informationen und Websites) unter info@bild-werk-frauenau.de loswerden.

 

www.bild-werk-frauenau.de

Innovation und Begegnung: Das neue Heißglasprojekt bietet Studierenden und Künstler/innen hervorragende Arbeitsmöglichkeiten.
Innovation und Begegnung: Das neue Heißglasprojekt bietet Studierenden und Künstler/innen hervorragende Arbeitsmöglichkeiten.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Neuerscheinung

Reiseführer Thüringen, von Heidi Schmitt, Michael Müller Verlag, 416 Seiten und herausnehmbare Karte,

19,90 €, ISBN 978-3-

95654-474-3.

Presseschau

Der Coburger Lokalsender Radio Eins hat in seiner Rubrik "Menschen aus der Region" ein Interview mit der Autorin Heidi Schmitt geführt. Einen Zusammenschnitt des Gesprächs finden Sie unter:

http://www.radioeins.com/mediathek/kategorie/audiothek/audio/menschen-thueringen-reisefuehrer-autorin-heidi-schmitt/

Fränkische Nachrichten, 17.6.2017:

"Heidi Schmitt vermittelt ausführlich die kulturellen Höhepunkte, die neben Weimar als Wiege der deutschen Klassik und Erfurt mit dem imposanten Dom viele kleine beachtenswerte Schätze in sich vereinen. ... Die wunderbar zu lesenden Beschreibungen sind ergänzt durch viele hilfreiche und sehr detaillierte Informationen und Tipps."

 

Neue Presse Coburg

6.4.2017:

"Die Schönheiten, Schätze und Spezialitäten Thüringens stellt die Coburger Autorin Heidi Schmitt in einem opulenten Reisehandbuch vor"

 

Coburger Tageblatt, 30.3.2017:

"Detailreiches Loblied auf Thüringen"

Leserstimmen

"Wertvolle Hilfe"

"Wir haben eine Woche Thüringen bereist, und da war der Führer eine wertvolle Hilfe. Besonders der Tipp Kartoffelkeller in Eisenach war so gut, daß wir gleich zweimal dorthin gingen. Vielen Dank.

Hasso v. Samson, Hannover

Weiterhin erhältlich:

Heidi Höhn, André Gutgesell (Hrsg.):

"Kunst aus der Flamme - Zeitgenössisches Lampenglas in Europa"

140 Seiten, zahlreiche Farbfotos, 19,95 €

ISBN 978-3-00-044964-2

 

Einfach bestellen:

per E-Mail:

info@riemann.de

 

oder im RIEMANN-Shop

 

und das Buch per Post erhalten.

 

Weitere Infos:

 

www.kunstausderflamme.jimdo.com