Westpavillon im Hofgarten: Benno Nolls neues Atelier

Als neues Künstlerdomizil öffnet Benno Noll den Westpavillon im Coburger Hofgarten. Hier eine Ansicht mit der "Prometheus"-Replik von Eduard Müller. Fotos: Noll
Als neues Künstlerdomizil öffnet Benno Noll den Westpavillon im Coburger Hofgarten. Hier eine Ansicht mit der "Prometheus"-Replik von Eduard Müller. Fotos: Noll

Der Westpavillon im Coburger Hofgarten strahlt in neuem Glanz: Frisch renoviert öffnet der lange im Dornröschenschlaf liegende Bau aus dem 18. Jahrhundert nun als Atelier und Produzentengalerie von Benno Noll. Der Coburger Maler hat sich vor allem mit seinen "verrosteten" Gemälden einen Namen gemacht, von denen nun eine erste Auswahl für den Westpavillon zu sehen ist. Eingebunden ist die Eröffnungsausstellung in das Thema der diesjährigen Museumsnacht "Könner, Künstler und Kulturen", während der natürlich auch der Westpavillon geöffnet sein wird.

 

Benno Nolls naturalistische Portraits unter anderem von Ghandi, Leon, Chaplin und Kinski als Aguirre korrespondieren im Westpavillon mit drei Gipsrepliken von großformatigen Skulpturen Coburger Bildhauer: "Prometheus" von Eduard Müller, "Phidias" von Ferdinand Lepcke und "Centaurus" von Carl August Sommer. Eine spannender kunst-historischer Brückenschlag. Die Eröffnung des Westpavillons findet am 27. Juli 2013 für geladene Gäste statt, doch schon vorher können Kunstinteressierte die neue Location besichtigen.

In einem Interview mit "GlasTEXTuren" erläutert Benno Noll seine Motivationen für sein Kunstprojekt:

 

Herr Noll, wie lange haben Sie auf die Fertigstellung des Westpavillons am Hofgarten hingearbeitet?

Benno Noll: Prinzipiell mein ganzes Künstlerdasein - wenn ich das Gesamtkunstwerk Westpavillon aus Architektur, Plastik und Malerei sehe, dann fügt sich hier die komplette Essenz meines Werdeganges zu einem Ganzen zusammen. Faktisch lief die Bewerbung vor fast fünf Jahren, die reine Renovierung des Gebäudes hat dann knapp zwei Jahre gedauert und fand in vorbildlicher Kooperation zwischen mir und dem Bauamt der Stadt Coburg statt.

 

Welche Idee steht hinter dem Projekt?

Benno Noll: Ich will weg von der Idee des "white cube", der ja eine Art religiöse Sakralität in der Kunstpräsentation einführte, die zu einer elitären Kunstrezeption stark beigetragen hat. "10grad58east" ist durch seine öffentliche Präsenz nah dran am Menschen. Künstlerische Reflexion wird hier direkt vermittelbar, wozu meine realistischen Themen natürlich stark beitragen. Vorbild sind nicht zuletzt die Produzentengalerien der Berliner Szeneviertel aus den 80er Jahren, wie beispielsweise die "Galerie am Moritzplatz", aus der dann Namen wie Baselitz, Fetting oder Salome hervorgegangen sind.

Mit David Nashs "nooncolumn" im Hofgarten und dem Coburger Kunstverein bildet der Westpavillon ein "künstlerisches Bermudadreieck", verschwunden ist bisher aber noch niemand.

 

Welchen Charakter wird Ihr neues Künstlerdomizil haben: Atelier, Ausstellungsraum, oder…?

Benno Noll: In erster Linie Ausstellungsraum. Das "Finish" der Bilder, oder Aquarellieren und Zeichnen sollen aber auch im Westpavillon als Atelier stattfinden.

 

Historische Skulpturen treffen auf moderne Malerei: Wie fühlen sich Ihre Arbeiten in diesem Ambiente?

Benno Noll: Die beiden klassischen Kunstgattungen Skulptur und Malerei ergänzen sich hier wunderbar. Da nach meiner Auffassung die drei vorhandenen Plastiken das Ich (Phidias), Über-Ich (Prometheus) und das Es (Centaurus) symbolisieren, korrelieren die alten Gipse auch sehr gut mit den psychologischen Interpretationsmöglichkeiten die meine Gemälde liefern. Ich sehe mich auch als Glied in einer historischen Kette: das Gebäude ist 18. Jahrhundert, die renovierte Optik 19. Jahrhundert, meine Arbeiten sind Kinder des 20. Jahrhunderts und wir starten nun ins 21., worauf mein Werk "I-Phone 7s" bereits verweist.

 

Wie können Interessierte den Westpavillon künftig besuchen?

Benno Noll: Entweder telefonisch einen Termin vereinbaren (Tel. 015201782922), oder zufällig bei einem Spaziergang und meiner Anwesenheit einfach reinschneien, und an einigen neuralgischen Terminen, die sie alle meiner Homepage unter "10grad58east aktuell" entnehmen können.



 

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte: Heidi Höhn

 

Weitere Informationen:

 

www.benno-noll.de





Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Neuerscheinung

Reiseführer Thüringen, von Heidi Schmitt, Michael Müller Verlag, 416 Seiten und herausnehmbare Karte,

19,90 €, ISBN 978-3-

95654-474-3.

Presseschau

Der Coburger Lokalsender Radio Eins hat in seiner Rubrik "Menschen aus der Region" ein Interview mit der Autorin Heidi Schmitt geführt. Einen Zusammenschnitt des Gesprächs finden Sie unter:

http://www.radioeins.com/mediathek/kategorie/audiothek/audio/menschen-thueringen-reisefuehrer-autorin-heidi-schmitt/

Fränkische Nachrichten, 17.6.2017:

"Heidi Schmitt vermittelt ausführlich die kulturellen Höhepunkte, die neben Weimar als Wiege der deutschen Klassik und Erfurt mit dem imposanten Dom viele kleine beachtenswerte Schätze in sich vereinen. ... Die wunderbar zu lesenden Beschreibungen sind ergänzt durch viele hilfreiche und sehr detaillierte Informationen und Tipps."

 

Neue Presse Coburg

6.4.2017:

"Die Schönheiten, Schätze und Spezialitäten Thüringens stellt die Coburger Autorin Heidi Schmitt in einem opulenten Reisehandbuch vor"

 

Coburger Tageblatt, 30.3.2017:

"Detailreiches Loblied auf Thüringen"

Leserstimmen

"Wertvolle Hilfe"

"Wir haben eine Woche Thüringen bereist, und da war der Führer eine wertvolle Hilfe. Besonders der Tipp Kartoffelkeller in Eisenach war so gut, daß wir gleich zweimal dorthin gingen. Vielen Dank.

Hasso v. Samson, Hannover

Weiterhin erhältlich:

Heidi Höhn, André Gutgesell (Hrsg.):

"Kunst aus der Flamme - Zeitgenössisches Lampenglas in Europa"

140 Seiten, zahlreiche Farbfotos, 19,95 €

ISBN 978-3-00-044964-2

 

Einfach bestellen:

per E-Mail:

info@riemann.de

 

oder im RIEMANN-Shop

 

und das Buch per Post erhalten.

 

Weitere Infos:

 

www.kunstausderflamme.jimdo.com